Teamleiterin ökumenischer Montagskreis

Das Samenkorn ist aufgegangen

Seit 35 Jahre gibt es den "Ökumenischen Montagskreis", seit 30 Jahren heißt die Leiterin Annemarie Dannenmann

 

Ein Gespräch über das doppelte Jubiläum 

 

►  Wir begegnen uns hier im Gemeinde-haus, wo sich der „Montagskreis“ seit Jahr und Tag trifft. Annemarie, wie fühlst du dich hier? 

● Dieser Raum ist eine Art Heimat gewor-den, auch ein geschützter Raum. Ich bin gerne hier. 

 

►  Warst du von Anfang an dabei? 

● Ja, Pfarrer Manfred Keller hat vor 35 Jahren einen ökumenischen Kreis von Frauen zwischen 20 und 40 ins Leben gerufen. Später kam Gerda Fischer von der katholischen Seite dazu. Wir haben zunächst gebastelt und unsere Kreativität entfaltet; später nahmen wir dann immer mehr Themen auf. Als Gerda Fischer nach fünf Jahren aufgab, wurde ich gefragt, ob ich „für eine Weile“ die Leitung übernehmen würde.  

Ich war damals eine von den Jüngsten; deshalb war der Anfang gar nicht so leicht für mich. 

 

►  Und aus der „kleinen Weile“ sind nun schon 30 Jahre geworden! Was lässt dich so treu und verlässlich zu dieser Aufgabe stehen? 

● Ich habe immer wieder an eine Auszeit von 1 bis 2 Jahren gedacht, um einmal freier zu sein. Ich hatte ja auch eine Familie mit vier Kindern und war berufstätig. Aber keine wollte mich ablösen. Mir ist es wichtig, dass wir einander „fördern und fordern“, dass wir mit der Bibel umgehen, dass wir jedes Mal mit Lied und Andacht beginnen, und dann auch aktuelle Themen aus Gesellschaft und Kultur bearbeiten. Wir waren immer auch für unsere Gemeinden da. 

 

►  Wie wurden und werden die Programme des Montagskreises „geboren“? 

● Alle Teilneh-merinnen können Wünsche äußern, und am Ende plant ein kleines Team. Wir sind ein ökumenischer Kreis und laden evangelische und katholi-sche Referenten ein. Wir sind verschiedene Frauen und nehmen darauf Rücksicht. Unser Programm bietet denen etwas, die Neues wissen und lernen und aktiv sein möchten, und denen, die eher müde sind und aus-ruhen wollen. Alle verbindet, dass sie die tragende Gemeinschaft unter Frauen suchen und brauchen. Aber ich denke, am meisten gelernt in all diesen Jahren habe ich selbst. 

 

►  Und was wäre das zum Beispiel? 

● Kürzlich sprach Frau Moltmann-Wendel beim Bezirksfrauentag. Als ich vor vielen Jahren ihr Buch „Ein eigener Mensch werden – die Frauen um Jesus“ las, ging mir das zu weit. Heute ist das alles für mich selbstverständlich. Heute weiß ich: Ich bin jemand, ich habe etwas zu sagen, wir Frauen sind stark. Ich bin sicherer gewor-den. Ich habe auch den Mut, prominente Redner zu uns einzuladen – und sie kommen gern zu uns!! 

 

►  Welche Wünsche hast du für die Zukunft? 

● Wenn ich zurück denke, habe ich das Gefühl, dass ein Samenkorn aufgegangen ist. Wenn ich kann, möchte ich gerne den 40. Geburtstag mit allen im Montagskreis feiern. Und dann müsste eine jüngere Frau übernehmen, mit neuem Schwung. 

 

Das Gespräch führte Gertrud Hahn,

April 2011