Geschenk der Gemeinschaft

Heute, an Gründonnerstag, erinnern wir dieses erste Mal als Jesus sich mit den Worten und dem Brot und dem Wein verbunden hat. An diesem Abend, als die Seinen ihn allein lassen würden. An diesem Abend schenkt er ihnen die bleibende Verbundenheit im Feiern und im Erinnern. Dieses „das tut zu meinem Gedächtnis“ das gilt denen, die sich von ihm abwenden, denen, die sich verstecken, in deren Herzen Furcht und Sorge größer werden, als die Kraft zu Jesus zu stehen. Und mit diesem „das tut zu meinem Gedächtnis“ streckt Jesus seine Hand zu ihnen aus und lädt sie ein weiter und wieder und wieder Gäste an seinem Tisch zu sein.

 

Auch wenn wir nun nicht gemeinsam Brot und Wein teilen können, so können wir uns doch im gemeinsamen Erinnern einander und Gott verbunden wissen. Wir können uns mit dem Brot, das wir im Hause haben und dem Saft oder dem Wein, den wir im Hause haben, daran erinnern, wie Jesus sich mit Brot und Wein und den Worten der Gemeinschaft verbunden hat.

 

So können wir heute dort wo wir sind – allein oder in der Hausgemeinschaft – erinnernd eintreten in die große Gemeinschaft der von Gott Eingeladenen – quer durch alle Länder und durch die Zeiten. Können uns mit diesen allen an unserem Platz an Gottes Tafel niederlassen. Staunen, dass auch jetzt der Tisch für uns gedeckt ist.

 

Und wir können uns mit Gott verbinden, in seinen und in unseren Worten.

 

Können beten:

Guter Gott, du lädst uns an deinen Tisch. Mich möchtest Du als deinen Gast willkommen heißen. Ich komme. Ich komme gerne. Ich komme auch mit ein bisschen Zögern. Größer als mein Vertrauen ist manchmal meine Sorge, mein Stolz, die Angst, die Einsamkeit, meine Fixierung darauf, nicht zu kurz zu kommen, gesehen zu werden, etwas zu gelten und anerkannt zu sein. Und so weiß ich nicht genau, ob ich bei Dir wirklich richtig bin, ob ich wirklich kommen darf.

Aber ich höre, wie du mich aufforderst: Das tu zu meinem Gedächtnis. Und so erinnere ich mich an Dich und wie Du dich mit dem Brot und dem Wein und den Worten verbunden hast.

Und ich komme, weil du mir das erlaubst, weil du mir es schenkst, so wie du es den Jüngern geschenkt hast.

 

So bin ich jetzt also hier. Jesus, Gast an deinem Tisch. Und ich erinnere mich, wie du das Brot genommen hast. Du sagtest Dank und gabst es deinen Jüngern und sprachst: Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das tut zu meinem Gedächtnis. Und dann, nach dem Mahl, nimmst du den Kelch, sagst Dank, gibst ihn den Jüngern und sagst: Trinkt alle daraus, das ist mein Blut des neuen Bundes, das für euch und die vielen vergossen ist zur Vergebung der Sünden. Das tut zu meinem Gedächtnis.

 

Und im Erinnern, da bist du da. Für mich da. Du lässt mich bei Dir sein. Und du bleibst bei mir.

Ich sehe das Brot und erinnere deine Worte. Ich schmecke das Brot und schmecke Deine Hingabe für mich.

Ich sehe den Saft der Trauben und erinnere deine Worte. Ich schmecke den Saft der Trauben und schmecke deine liebevolle Zuwendung zu mir.

 

Ich lasse mich vom Brot und vom Saft der Trauben erinnern. Ich erinnere mich und Du bist da. Und mit dir zieht der Friede bei mir ein, Vergebung und Versöhnung, das Leben und die Zukunft. Mit dir vergeht, was alt geworden ist. Mit dir wird neu, was dem Leben dient und Zukunft hat. Ich lasse hinter mir, was war, weil ich es Dir hinlege und bei Dir gut aufgehoben weiß. Ich wende mich dem, was kommt zu, im Vertrauen auf dich.

 

Wieder und wieder wirst du mich einladen. Das macht mich froh. Ich bin zuversichtlich, dass Du mir gut bleibst und ich immer und zu jederzeit meinen Platz bei Dir in Anspruch nehmen darf.

 

Und so stimme ich ein in Dein Lob mit den Worten des 103. Psalms.

 

Lobe den Herrn meine Seele und was in mir ist seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn meine Seele und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat. Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst. Der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.  Amen